Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) werden

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo) übernehmen eine zentrale Rolle auf Baustellen, auf denen mehrere Unternehmen gleichzeitig oder nacheinander tätig sind. Sie sorgen dafür, dass Arbeitsschutzmaßnahmen zwischen allen Beteiligten koordiniert werden und Sicherheits- sowie Gesundheitsrisiken bereits in der Planungsphase eines Bauvorhabens berücksichtigt werden.

Mit zunehmender Komplexität von Bauprojekten und steigenden Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz wächst die Bedeutung qualifizierter SiGe-Koordinatoren kontinuierlich. Die Qualifikation eröffnet attraktive Perspektiven für Architekten, Ingenieure, Techniker, Meister und andere Fachkräfte aus dem Bauwesen.

Was macht ein SiGeKo?

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator unterstützt Bauherren bei der Umsetzung der Baustellenverordnung und koordiniert die Zusammenarbeit verschiedener Gewerke unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Erstellung und Fortschreibung von Sicherheits- und Gesundheitsschutzplänen (SiGe-Plan), die Koordination von Schutzmaßnahmen zwischen den beteiligten Unternehmen, die Durchführung von Baustellenbegehungen sowie die Beratung des Bauherrn während der Planungs- und Ausführungsphase.

Das Ziel besteht darin, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, Arbeitsunfälle zu vermeiden und einen reibungslosen sowie sicheren Baustellenablauf zu gewährleisten.

Wann wird ein SiGeKo benötigt?

Ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator muss grundsätzlich bestellt werden, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf einer Baustelle tätig werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Unternehmen gleichzeitig oder nacheinander arbeiten.

Zusätzliche Pflichten ergeben sich, wenn für die Baustelle eine Vorankündigung erforderlich ist. Dies ist der Fall, wenn die Arbeiten voraussichtlich länger als 30 Arbeitstage dauern und mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig tätig werden oder wenn der Umfang der Arbeiten 500 Personentage überschreitet.

Besondere Anforderungen gelten außerdem für Baustellen mit besonders gefährlichen Arbeiten gemäß Anhang II der Baustellenverordnung, beispielsweise bei Arbeiten mit Absturzgefahr, Arbeiten in kontaminierten Bereichen oder Tätigkeiten mit besonderen biologischen oder chemischen Gefährdungen.

Einstieg: So werden Sie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator

Die Anforderungen an Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren sind in der RAB 30 geregelt. Dort werden die erforderlichen Qualifikationen beschrieben, die ein geeigneter Koordinator nachweisen muss.

Grundsätzlich benötigen SiGeKo:

  • Baufachliche Kenntnisse
  • Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse
  • Spezielle Koordinatorenkenntnisse
  • Berufserfahrung in Planung oder Ausführung von Bauvorhaben

Die baufachlichen Kenntnisse werden häufig durch eine Ausbildung oder ein Studium im Bauwesen nachgewiesen, beispielsweise als Architekt, Bauingenieur, Techniker, Meister oder Polier. Zusätzlich fordert die RAB 30 in der Regel mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Planung oder Ausführung von Bauprojekten.

Welche Ausbildung benötigt ein SiGeKo?

Die eigentliche Qualifizierung erfolgt über Lehrgänge nach RAB 30. Dabei werden insbesondere die arbeitsschutzfachlichen Kenntnisse (Anlage B) sowie die speziellen Koordinatorenkenntnisse (Anlage C) vermittelt.

Typische Inhalte der Ausbildung sind:

  • Baustellenverordnung und Arbeitsschutzrecht
  • Gefährdungsbeurteilungen auf Baustellen
  • Erstellung von SiGe-Plänen
  • Koordination mehrerer Gewerke
  • Organisation von Sicherheitsmaßnahmen
  • Dokumentation und Baustellenkoordination
  • Kommunikation mit Bauherren, Planern und Unternehmen

Je nach Anbieter werden die Lehrgänge als Präsenzveranstaltung, Online-Schulung oder Blended-Learning-Konzept angeboten. Viele Qualifizierungen sind modular aufgebaut und orientieren sich direkt an den Anforderungen der RAB 30.

Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Nachfrage nach qualifizierten SiGe-Koordinatoren bleibt hoch. Bauherren sind gesetzlich verpflichtet, geeignete Koordinatoren einzusetzen, und viele Unternehmen greifen dabei auf externe Spezialisten zurück.

Dadurch entstehen attraktive Karrierewege sowohl in Ingenieur- und Architekturbüros als auch bei Arbeitsschutzdienstleistern, Bauunternehmen und Beratungsunternehmen. Viele SiGeKo arbeiten zudem freiberuflich oder kombinieren ihre Tätigkeit mit weiteren Qualifikationen, beispielsweise als Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragter oder Auditor.

Insbesondere größere Bauprojekte, Infrastrukturmaßnahmen und Industriebaustellen bieten langfristig hervorragende Einsatzmöglichkeiten.

Ausbildung und Weiterbildung

Die Qualifizierung zum Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator wird von zahlreichen anerkannten Bildungsträgern angeboten. Dazu zählen unter anderem Berufsgenossenschaften, Akademien, Ingenieurkammern, TÜV-Gesellschaften, Fachakademien und spezialisierte Schulungsanbieter.

Die Lehrgänge orientieren sich an den Anforderungen der RAB 30 und vermitteln die Kenntnisse, die für die Tätigkeit als SiGeKo erforderlich sind. Viele Anbieter ermöglichen die Ausbildung berufsbegleitend und bieten sowohl Präsenz- als auch Online-Formate an.

Passende Schulungen und Anbieter finden

Auf Arbeitsschutz.de finden Sie aktuelle Lehrgänge, Weiterbildungen und Qualifizierungsangebote für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren. Vergleichen Sie Schulungsanbieter, Lernformate, Termine und Spezialisierungen und finden Sie die Ausbildung, die zu Ihrem beruflichen Hintergrund und Ihren Karrierezielen passt.

Ob Architekt, Bauingenieur, Techniker, Meister oder Fachkraft für Arbeitssicherheit – die SiGeKo-Qualifikation eröffnet vielseitige Perspektiven in einem verantwortungsvollen und zukunftssicheren Tätigkeitsfeld.